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Rohstoffmärkte bleiben im Visier von Spekulanten

16. April 2011
By admin

Die Verknappung von Primärenergieträgern, Agrarrohstoffen und Erzen führt bei gleichzeitig wachsender Nachfrage einer zunehmend konsumorientierten, zahlenmäßig immer noch wachsenden Erdbevölkerung zu steigenden Preisen an den entsprechenden Börsen. Das wiederum hat Spekulanten auf den Plan gerufen und führt dazu, dass die Schwankungen weiter zunehmen.
Die Ressourcen sind naturgemäß endlich, die Kosten für die Förderung nehmen zu, weil immer tiefer gebohrt werden muss und weniger ergiebige Lagerstätten exploriert werden. Bei Erdöl sind sich Fachleute einig, dass der Zeitpunkt der größten Fördermenge, längst überschritten wurde. Auch die Umweltauflagen – man denke an ökologisch besonders sensible Gebiete wie die Tiefseezonen der Ozeane – tragen zu Preissteigerungen bei. Politische Konflikte in Nahost, Hauptlieferregion für Gas und Öl, sind seit Jahrzehnten ein Dauerthema und lassen – angereichert durch die Spannungen mit Israel – vermuten, dass Spekulanten die Nachrichtenlage für ihre Zwecke ausnutzen werden. Auch Russland, der zweite wichtige Rohstofflieferant, ist nicht gerade ein Ruhepol der Weltpolitik. Schwelende Nationalitätenkonflikte mit den Nachbarn im Kaukasus sowie mit der Ukraine und Weißrussland um Erdgasleitungen gen Westen haben gezeigt, dass Angebotsengpässe vorauszusehen sind.
Die Anbauflächen für Agrarrohstoffe sind nur in geringem Maße ausbaubar. Ertragssteigerungen mit Hilfe von Gentechnik, Pflanzenschutz- und Düngemittel sind nicht ganz unumstritten. Schließlich tragen auch häufiger auftretende Wirbelstürme – oft als Vorboten der Klimakatastrophe gedeutet – zu Missernten bei. Kernkraft als Alternative wird zwar gerade von vielen Staaten intensiv genutzt, ist aber zweifellos technisch nicht 100%-ig beherrschbar. Auch wegen der Risiken der Endlagerung ist diese Energieform politisch nur bedingt durchsetzbar.
Die Politiker in Europa und den USA sind ratlos, wie sie die Turbulenzen in den Griff bekommen können, denn einerseits haben staatliche Regulierungen oftmals dazu beigetragen, funktionierende Märkte zu zerstören. Andererseits verängstigt der Aktivismus der Volksrepublik China. Die Volksrepublik kontrolliert den Export sogenannter “Seltener Erden”, die nahezu ausschließlich in China zu finden sind und für die Produktion von Mobiltelefonen und elektronischer Geräte unverzichtbar sind. Darüber hinaus bemüht sich die Volksrepublik sehr stark um Rohstoffvorkommen auf dem afrikanischen Kontinent. Die Volksrepublik hat sich zwar ökonomisch den Vereinigten Staaten und der EU gegenüber geöffnet, ist aber weit von einer Demokratisierung entfernt. Es bleibt abzuwarten, ob das Land in Form eines Neokolonialismus auf die politischen Systeme dieser afrikanischen Nationen Einfluss nehmen wird. Unbestritten ist, dass die Volksrepublik die wirtschaftliche Großmacht des 21. Jahrhunderts sein wird und bei der Realisierung seiner Vorstellungen in puncto Regulierung der Finanz- und Rohstoffmärkte wenig Zurückhaltung praktizieren wird.

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